Gebetstag für Opfer/Betroffene sexuellen Missbrauchs

Der diesjährige „Gebetstag für Opfer/Betroffene sexuellen Missbrauchs“ wurde an allen Kirchorten des Pastoralverbundes am 8. März gehalten. Er gründet auf die Initiative von Papst Franziskus und der deutschen Bischofskonferenz. 8 Kerzen leuchteten auf dem Altar während Gebetsrufe und Anliegen ins Wort gebracht wurden. Der Gottesdienst endete im Schweigen.

Die Deutsche Bischofskonferenz folgt der Anregung von Papst Franziskus und lädt zu einem Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs ein. Dieser findet seit 2015 in zeitlicher Nähe zum „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ (18. November 2019) statt, der vom Europarat initiiert wurde.
Anlässlich der Wanderausstellung zu diesem Thema ECHT KRASS im Gemeindehaus Hl. Kreuz und damit verbundenen Inkraftsetzung des institutionellen Schutzkonzeptes für den Pastoralverbund Lippe-Detmold wurde dieser Gebetstag am Sonntag, den 8. März gehalten.
8 Kerzen wurden zu den Gebetsrufen entzündet:
Gott, du Freund des Lebens. Du bist allen nahe, die bedrängt sind und leiden. Wir denken heute besonders an die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die sexuellen Missbrauch erleiden mussten und müssen – auch in deiner Kirche.
- Wir klagen vor dir über die Gewalt, die Täter ihren Opfern an Leib und Seele antun, über zerstörtes Leben, das oft niemand wieder gut machen kann. Du unser Gott, höre unsere Klage.
- Wir bekennen vor dir das Wegschauen, Schweigen und Nichtstun derer, die die Taten geahnt haben und ahnen. Du unser Gott, höre unsere Klage.
- Wir wollen darauf achten, was viele nicht sehen wollen: sexuelle Übergriffe und den Missbrauch von Vertrauen und Macht. Du unser Gott, steh uns bei.
- Wir wollen hören auf die Geschichten der Opfer. Wir wollen Anteil nehmen an ihrem Schmerz und ihrer Einsamkeit. Du unser Gott, steh uns bei.
- Wir wollen sprechen von der Verantwortung, die jeder von uns trägt. Wir wollen sprechen über Hilfe und Auswege aus der Not. Du unser Gott, gib uns Kraft und Mut.
- Wir wollen schweigen, wo Erklärungen und Ratschläge nicht angebracht sind. Du unser Gott, gib uns Kraft und Mut.
- Wir wollen uns freuen über die Stärke und Kraft der Betroffenen, über die Solidarität derer, die sie begleiten, über alle Menschen, die mitarbeiten, um einen besseren Schutz zu verwirklichen. Du unser Gott, mach unsere Hoffnung stark.
- Wir wollen hoffen auf Aufbrüche und neues Leben schon in dieser Welt, auf die Umkehr der schuldig Gewordenen, auf deine Gerechtigkeit heute und am Ende der Zeiten, auf Heilung aller Wunden, die allein du schenken kannst. Du unser Gott, mach unsere Hoffnung stark.
Lebendiger Gott, sende uns deinen Geist und sei mit uns auf diesem Weg, durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.  Amen.