Grenzerfahrungen - Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet

In St. Stephanus hängt zurzeit eine Plakatausstellung von Pro Asyl, Pax Christi und der Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerer und Frieden, die u.a. von Misereor, dem BDKJ, AKH und Brot für die Welt unterstützt wird. Sie zeigt, wie die EU und ihre Mitgliedsstaaten seit Jahren darauf hinarbeiten, den Zugang zum Recht auf Asyl insbesondere an den EU-Außengrenzen faktisch abzuschaffen. Und dies im 70. Jahre der Genfer Flüchtlingskonvention.

Derzeit sind mehr Menschen auf der Flucht als jemals seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Die meisten von ihnen bleiben in ihrer Region - entweder als Binnenvertriebene im eigenen Land oder in den Nachbarstaaten. Nur ein kleiner Teil kommt nach Europa, oft auf lebensgefährlichen Fluchtwegen.

Die Ausstellung zeichnet ein Bild davon, wie weit sich die EU bei der Flüchtlingsabwehr mittlerweile von ihren eigenen menschenrechtlichen Grundsätzen entfernt hat. Aber es geht nicht nur um Flüchtlingsrechte, sondern auch darum, welche Gesellschaft wir wollen - für uns und für andere. Soll es eine Gesellschaft sein, die auf Ausgrenzung, Abschottung und autoritäre Strukturen setzt - oder soll es eine weltoffene, demokratische und humane Gesellschaft sein?

Die St. Stephanuskirche ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.