Rückblick: Der ökumenische Ruanda-Arbeitskreis von 1995 - 2017

Das „Detmolder Bekenntnis“ ist nach den Gräueln des Völkermordes in Ruanda entstanden: 1994 wurden in dem kleinen afrikanischen Land innerhalb von 100 Tagen etwa eine Million Angehörige vor allem der Volksgruppe der Tutsi umgebracht.

Die Geschichte und Entwicklung der Initiative: Ein ruandischer Arzt, der 1994 nach seiner Fortbildung in der Schweiz nach Detmold kam, hatte nach dem Genozid den Traum der Versöhnung der verfeindeten Volksgruppen im Geist der christlichen Botschaft. Um den organisatorischen Rahmen und die geistliche Unterstützung dieses Vorhabens zu gewährleisten, bildete sich der ökumenische Ruanda- Arbeitskreis in Hiddesen, der anschließend Ruander*innen beider verfeindeter Volksgruppen nach Detmold einlud. Bei einem mehrtägigen Treffen im Dezember 1996 entstand schließlich das „Detmolder Bekenntnis“: Hutu, Tutsi und Europäer benennen darin in je eigenen Schuldbekenntnissen die eigene Verstrickung in den Konflikt von Ruanda, bekennen voreinander diese Schuld und bitten einander, auch stellvertretend für andere, um Vergebung. Zum ersten Mal verlesen wurde das Bekenntnis am 11. Dezember 1996 in einem Abendgottesdienst in der evangelisch-reformierten Kirche in Hiddesen.

Die Initiative verbreitete sich sehr schnell. Der Arbeitskreis sorgte 1997 für eine Broschüre, in dem die Vorgeschichte, das Bekenntnis und die Wirkungsgeschichte des Folgejahres in mehreren Sprachen festgehalten ist (deutsch S. 25-47). Weitere Treffen an verschiedenen Orten folgten, immer wieder auch kleinere Treffen in Detmold. Der Arbeitskreis hielt die Kontakte zu den Unterzeichner*innen über zwei Jahrzehnte, half bei der Verbreitung und Organisation und organisierte auch verschiedene Veranstaltungen und Aktionen in der heimischen Region, denn das Bekenntnis ist ein Modell für Konfliktbearbeitung.

Im Jahr 2013 flogen einige Mitglieder*innen des Arbeitskreises nach Ruanda und besuchten verschiedene Unterzeichner*innen an ihren Wirkungsorten. 2017 trafen sich noch einmal einige Unterzeichner*innen in Detmold. Bei diesem Treffen beendete der Arbeitskreis die Unterstützung und gab die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Initiative an die Unterzeichner*innen ab.

Kontakt: Brigitte Grosche (Brigitte.Grosche@t-online.de)

Brigitte Grosche | 07.03.2023

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