Süßes Schlesien - Ein Besuch in der Wiege des Zuckerrübenanbaus

Am 13. Oktober 2022 besuchten etwa 25 Teilnehmer im Gemeindehaus St. Josef einen moderierten Bildervortrag mit Informationen zum Ursprung des Zuckerrübenanbaus in Deutschland. Der Referent Dr. med. Bernhard Jungnitz (Holzwickede) verstand es gut, die Zuhörer auf eine Reise in die Anfänge der deutschen Zuckerrübenindustrie mitzunehmen.

Schlesien galt seinerzeit als Wiege der Zuckerrübenindustrie. Der Berliner Chemiker Marggraf entdeckte bereits 1747 einen nennenswerten Zuckergehalt in Runkelrüben, die üblicherweise als Viefutter genutzt wurden. Sein Schüler, der Chemiker Achard, hatte dank seiner Experimentierfreude für die technische Umsetzung der Zuckergewinnung gesorgt. Im niederschlesischen Cunern (heute Kunary) entstand eine erste kleine Fabrikationsanlage.

Jahrzehnte lange Züchtungsbemühungen führten zu erhöhten Zuckeranteilen in den Rüben. Aus der Runkelrübe entwickelte sich die "Zuckerrübe". So konnten die Grundlagen für eine industrielle Zuckerproduktion gelegt werden. Dieser Rübenzucker ersetzte den bis dahin für teures Geld importierten Rohrzucker.

Alle Zuhörer verspürten, dass nicht einfach nur Fakten aneinandergereiht wurden, sondern dass die in Wort und Bild vermittelten Details aus dem Herzen kamen. Der Referent hat mittlerweile ein eigenes Haus in der Nähe der ehemaligen Heimat seiner Vorfahren in Schlesien gebaut und lebt eine durch Verbundenheit geprägte Nachbarschaft mit den Ortsnachbarn.

Unter den Zuhören waren viele, deren Eltern- und Großelterngeneration in Schlesien lebte und die durch Flucht und Vertreibung ins Extertal und ins Lipperland "verpflanzt" wurden. Das ausgelegte Informationsmaterial ermöglichte einen weiteren Überblick. Für Interessenten, die mehr erfahren möchten, hat der Referent folgende Informationsquellen bereitgestellt:

Dr. med. Bernhard Jungnitz ist Vorsitzender des Heimatwerks Schlesischer Katholiken e.V. 
Web: www.heimatwerk-schlesischer-katholiken.de
E-mail: kontakt (at) heimatwerk-schlesischer-katholiken.de

und 1. Stellvertreter des Neumarkter Vereins e.V. Hameln
Web: www.neumarkt-schlesien.de
E-mail: info (at) neumarkt-schlesien.de.

Nach dem Vortrag traf man sich bei Schlesischem Mohnkuchen und Heißgetränken im großen Versammlungsraum des St.Josef-Hauses. Im Austausch untereinander konnten so manche Erinneringen wieder lebendig gemacht werden.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Dr. med. Bernhard Jungnitz und nicht zu vergessen an alle, die sich in Vorbereitung und Durchführung eingebracht haben.